Predictive Costing - über die Einsatzmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Kostenmanagement: Internationale Costing Community diskutiert auf der 11. FACTON Anwenderkonferenz in Stuttgart

Donnerstag, 06. Dezember 2018, 11:52 Uhr

„In den vergangenen Jahren ist Enterprise Product Costing für global agierende Unternehmungen immer wichtiger geworden. Diesen Prozess unterstützen wir mit unserer Anwenderkonferenz gerne, in diesem Jahr bereits zum elften Mal“, so Christoph Müller, VP Customer Services bei der FACTON GmbH und Moderator der Veranstaltung. „Dabei ist es uns wichtig, nicht nur Best Practices der Produktkostenkalkulation auszutauschen, sondern auch ein Forum zu bieten, um neue, zukunftsweisende und vielleicht auch ein wenig unkonventionelle Ideen zu präsentieren, zu diskutieren und damit die eine oder andere Anregung für Veränderungen und Innovationen zu geben.“

 

Künstliche Intelligenz als Innovationstreiber

Ganz in diesem Sinne eröffnete Alexander M. Swoboda, CEO von FACTON, die 11. FACTON Anwenderkonferenz am 29. November 2018 vor über 100 Teilnehmern mit einer Keynote zum Thema „Predictive Costing“. Dabei hob er zunächst die Highlights des vergangenen FACTON Jahres hervor wie den Umzug des Firmensitzes an den Jungfernsee in Potsdam und das Wachstum der FACTON Community. Neben der Weiterentwicklung der FACTON EPC Solutions rückte das bereits im vergangenen Jahr angesprochene Thema der künstlichen Intelligenz (KI) weiter in den Mittelpunkt: “Wir sehen die KI ganz klar als Innovationstreiber, um den zukünftig keine Branche herumkommen wird, auch die Produktkostenkalkulation nicht“, erklärt Swoboda. „Deswegen haben wir im letzten Jahr nicht nur die Initiative „AI for Predictive Costing“ ins Leben gerufen, um das Thema zusammen mit der Costing-Community aktiv voranzutreiben, sondern uns auch zunehmend mit möglichen Use Cases und ersten Prototypen beschäftigt.“

Um die konkreten Anwendungsmöglichkeiten drehte es sich in den Vorträgen des FACTON Produktmanagements. Das Team präsentierte nicht nur die FACTON EPC Roadmap, sondern zeigte auch anschaulich die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der FACTON EPC Plattform und FACTONs Innovationen im Bereich der Echtzeitsimulation von Wirtschaftlichkeitsberechnungen, der Projektkostenkalkulation und der einfachen Erstellung von unterschiedlichen Kostenmodellen anhand des FACTON Cost Model Designers.

 

Kostenkalkulation von Elektronikbauteilen

Auch das Thema Kostenkalkulation von Elektronikbauteilen wurde in einer eigenen Session behandelt, denn: In kaum einem anderen Bereich sind die Entwicklungszyklen so kurz und die Produkte so komplex wie in der Elektronikbranche. Zudem wird der Anteil an Elektronik in allen Branchen immer größer. Daher ist es wichtig, sich rechtzeitig die Expertise anzueignen, um die Kosten im Blick behalten zu können. Um die Erfassung von Elektronikkosten zu unterstützen, muss eine Kalkulationssoftware eine Reihe von Funktionalitäten aufweisen, wie zum Beispiel die einfache Identifizierung, Bedienbarkeit und Editierbarkeit von elektronischen Bauteilen oder den Zugriff auf aktuelle Maschinendaten zur Elektronikfertigung sowie auf neue Prozesse und Testverfahren.

 

Smart Factory as a Service

Die Problematik der immer komplexer werdenden Produktionsketten wurde im Vortrag der MHP Management- und IT-Beratung GmbH durch die Ebene der Individualisierung erweitert. Das Problem: Die Industrie hat ihre Produktionsanlagen in den letzten Jahrzehnten für Serien- und Massenfertigung optimiert, der Trend geht jedoch immer mehr zur individualisierten und flexiblen Kleinserie. Die Nutzung einer Smart Factory as a Service ermöglicht es entwicklungsorientierten Unternehmen, sich auf die eigenen Kernkompetenzen zu fokussieren, Produkte kundenzentriert zu entwickeln und die Produktion as a Service an Spezialisten in diesem Bereich extern zu vergeben.

 

Von Anwendern für Anwender

Der diesjährige Praxisvortrag wurde von Giesecke und Devrient gehalten, einem weltweit tätigen Unternehmen für physische und digitale Sicherheitstechnologien. FACTON EPC wird im Bereich „Currency Technology“, der unter anderem Maschinen zur Herstellung fälschungsgeschützter Banknoten entwickelt, seit vier Jahren im Should Costing ab der Entwicklungsphase eingesetzt. Durch eine hohe Variantenvielfalt und geringe Stückzahlen war die Produktkostenkalkulation vor dem Einsatz der Software eine unübersichtliche und sehr komplexe Angelegenheit. Mit FACTON EPC können nun Einsparpotenziale dank Standardisierung, Knowhow-Erhalt und einer validen Datenbasis frühzeitig erkennt werden. Der Kalkulationsaufwand wurde verringert und die Produktionskosten gesenkt.

 

Die Geschichte des digitalen Computers von den Anfängen bis morgen

Nachdem den gesamten Tag über zukunftweisende Themen diskutiert wurden, beendete Professor Dr.-Ing. habil. Horst Zuse, Sohn von Konrad Zuse (1910-1995), dem Erfinder des ersten frei programmierbaren Computers mit boolescher Logik und binären Gleitkommazahlen, den Tag mit einer kurzweiligen Geschichtsstunde. Konrad Zuse stellte den Z3 im Mai 1941 in seiner kleinen Werkstatt in Berlin-Kreuzberg fertig. In seinem Vortrag präsentierte Horst Zuse sehr anschaulich die Beiträge seines Vaters zur Computerentwicklung. So ist zum Beispiel nicht weitläufig bekannt, dass Konrad Zuse 1949 eine Computerfirma gründete, die mehr als 800 Computer herstellte. Es war das erste Unternehmen, das Computer auf kommerzielle Weise produzierte. Außerdem würdigte Horst Zuse weitere Wissenschaftler und Institutionen, die an der Entwicklung des digitalen Computers beteiligt waren und derzeit neue Modelle entwickeln.

 

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FACTON GmbH

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Die FACTON GmbH ist Anbieter der gleichnamigen Softwarelösung für eine unternehmensweit einheitliche, standort- und abteilungsübergreifende Produktkostenkalkulation – das Enterprise Product Costing (EPC). Mit FACTON®EPC lassen sich die Kosten komplexer Produkte frühzeitig und über alle Phasen des Produktlebenszyklus kontrollieren. FACTON betreut international Kunden aus der Automotive-, Aerospace-, Maschinenbau- und der Hightech- und Elektronikindustrie. Das Unternehmen wurde 1998 gegründet und ist an den Standorten Dresden, Potsdam und Detroit (USA) vertreten.